Oldenburgische IHK unterstützt regionale Unternehmen im Strukturwandel
Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Fokus: Beratungs- und Weiterbildungsangebote für zukunftsfähige Unternehmensstrategien
Die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) spielt eine zentrale Rolle bei der Bewältigung des Strukturwandels in der regionalen Wirtschaft. In einer Zeit, in der die Unternehmen sich den Herausforderungen der Dekarbonisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit stellen müssen, bietet die IHK umfangreiche Beratungs-, Informations- und Vernetzungsangebote. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern und sie in der Transformation zu begleiten. Im Fokus stehen dabei die Entwicklung digitaler Strategien, die Förderung nachhaltiger Unternehmensführung sowie die Aus- und Weiterbildung zukünftiger Fachkräfte.
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Können Sie uns einen kurzen Überblick über die Rolle der Oldenburgischen IHK in Bezug auf den Strukturwandel in der regionalen Wirtschaft geben?
Unsere Wirtschaft befindet sich in einer tiefgreifenden Transformation, von der alle Branchen betroffen sind. Wirtschaft befand sich schon immer im Wandel. Neu ist, dass sich nun viele Veränderungsprozesse überlagern und gegenseitig beeinflussen. Fünf „Ds“ beschreiben plakativ die wichtigsten Treiber: Dekarbonisierung, Demografie, Digitalisierung, disruptive Innovationen und Diversifizierung – also die Veränderung der internationalen Verflechtungen. Die IHK unterstützt Unternehmen mit zahlreichen Beratungs-, Informations- und Vernetzungsangeboten, diese Transformation erfolgreich zu bewältigen. Im Austausch mit der Politik setzen wir uns für Rahmenbedingungen ein, die die Unternehmen nicht überfordern.
Wie bewertet die IHK Oldenburg die aktuelle Lage der Digitalisierung in den Unternehmen der Region?
Viele kleine und mittlere Unternehmen haben erkannt, dass sie mit der Digitalisierung Schritt halten müssen, um weiter zu bestehen zu können und wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Digitalisierung stellt sie aber vor Herausforderungen. Oft fehlt es an finanziellen und personellen Mitteln oder schlichtweg am technischen Know-how.
Welche konkreten Maßnahmen empfiehlt die IHK Unternehmen, um den digitalen Wandel erfolgreich zu gestalten?
Erstens, eine Digitalisierungsstrategie entwickeln: Sie zielt darauf ab, Geschäftsprozesse zu optimieren und abzuwägen, an welcher Stelle Digitalisierung notwendig ist.
Zweitens, Mitarbeiter einbinden: Durch eine Einbindung steigt die Akzeptanz für neue Technologien und Arbeitsweisen. Außerdem nutzen gut geschulte Mitarbeiter digitale Tools effizienter.
Drittens: Weiterbildung fördern: Der digitale Wandel erfordert neue Fähigkeiten und Kenntnisse. Viele kleine und mittlere Unternehmen laufen Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Daher ist Weiterbildung sehr wichtig. Das Mittelstand-Digital Zentrum Bremen-Oldenburg, Partner der Oldenburgischen IHK, bietet kostenfreie Angebote zu Fragen der Digitalisierung.
Wie sieht die IHK Oldenburg die Rolle der Digitalisierung in Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Unternehmen?
Die Digitalisierung spielt eine entscheidende Rolle für die Wettbewerbsfähigkeit. Richtig angewendet kann sie erheblich Zeit und Ressourcen einsparen. Die Effizienzsteigerung wiederum erhöht die Produktivität. Durch die Digitalisierung können Prozesse effizienter gestaltet werden, was zu einer Kosteneinsparung führen kann. Darüber hinaus eröffnet die Digitalisierung neue Märkte und Geschäftsfelder, die Unternehmen nutzen können.
Inwiefern spielt Nachhaltigkeit eine Rolle in der Strategieentwicklung von Unternehmen aus Sicht der IHK?
Die Strategie fungiert wie ein „Leitfaden“ für eine erfolgreiche Umsetzung der Unternehmensziele. Ressourcenschonung, Umweltschutz und Achtung der Menschenrechte sind Themen in Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsanforderungen. Folglich sind sie für die Strategie wichtig. Eine Nachhaltigkeitsstrategie legt fest, wie die Unternehmensziele langfristig unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit, und zwar ökologisch, sozial und ökonomisch, erfolgreich umgesetzt werden können.
Welche Herausforderungen und Chancen sehen Sie für Unternehmen, die einen stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeit legen?
Die Herausforderung ist es, die gesetzlichen Vorgaben und die Anforderungen von Kunden und Lieferanten zu erfüllen. Das Erstellen eines Nachhaltigkeitsberichts bedeutet ein enormer Zeitaufwand, der ohne zusätzliche Kapazitäten kaum zu schaffen ist. Es ist wichtig, sich frühzeitig mit den gesetzlichen Vorgaben zu vertraut zu machen. Chancen bestehen darin, effizienter zu werden, indem man einzelne Prozesse beleuchtet und optimiert. Kosten und Zeit im Produktionsprozess können eingespart werden. Das Image kann verbessert werden. Und Betriebe positionieren sich mit einem „grünen Fußabdruck“ als attraktive Arbeitgeber im Wettbewerb um Arbeits- und Fachkräfte. Beim Thema Nachhaltigkeit stehen wir als IHK den Unternehmen zur Seite, zum Beispiel durch Informationsveranstaltungen und die Vernetzung der Unternehmen.
Gibt es Best-Practice-Beispiele aus der Region, die zeigen, wie Unternehmen erfolgreich Nachhaltigkeitsstrategien implementiert haben?
Beispiele sind die Unternehmen Rügenwalder Mühle in Bad Zwischenahn, Runden Group in Steinfeld, Büfa in Oldenburg, Kornkraft Naturkost in Huntlosen, Noordtec in Westerstede, und Grüßing Spedition in Westerstede.
Welche Rolle spielt die Ausbildung im Kontext des Strukturwandels, und wie bereitet die IHK Oldenburg zukünftige Fachkräfte auf die Herausforderungen der Digitalisierung und Nachhaltigkeit vor?
Die Ausbildung und Weiterbildung spielt im Kontext des Strukturwandels eine zentrale Rolle, da sie die Grundlage für die Anpassung der Arbeitskräfte an neue Anforderungen bildet. Der Strukturwandel, der durch die Digitalisierung und den Bedarf an Nachhaltigkeit geprägt ist, erfordert spezialisierte Fachkräfte mit neuen Kompetenzen. Die IHK unterstützt Unternehmen auf mehreren Ebenen dabei, qualifizierte Fachkräfte für die Bewältigung des digitalen und nachhaltigen Wandels zu finden und zu halten. Durch Beratung und Netzwerkbildung, Aus- und Weiterbildungsprogramme, Unterstützung beim Recruiting von Auszubildenden zum Beispiel.
Von Andreas Unterberg