INTERVIEW
Wie die Nordwest Mediengruppe zur Arbeitgebermarke wird
Ein Interview mit Laura Kindler, Specialist für Employer Branding und Talententwicklung.
Laura Kindler studierte zunächst im Bachelor of Arts Tourismuswirtschaft ehe sie ihren Master in Human Resource Management mit einem spannenden Auslandssemester in Antwerpen machte. Schon hier sammelte sie viele Erfahrungen im Bereich Employer Branding. Ihre Masterarbeit verfasste sie zum Thema „Die Entwicklung einer erfolgreichen Arbeitgebermarke mit Fokus auf das Engineering Development Program des Praxispartners Novelis.“ Nach Aufenthalten in Spanien und Costa Rica ist sie seit März 2023 Teil der Nordwest Mediengruppe, zunächst als Trainee in der Personalentwicklung und heute als Specialist für Employer Branding & Talententwicklung.
Kannst du kurz erklären, was genau deine Rolle im Bereich Employer Branding bei der Nordwest Mediengruppe umfasst?
Ich verantworte die strategische und operative Positionierung unserer Arbeitgebermarke – von Kampagnen über Social Media bis hin zu internen Initiativen. Einfach gesagt umfasst mein Job die Aufgabe, dass wir einerseits intern bei unseren Kolleg:innen als Arbeitgeber wahrgenommen werden, bei dem sie gerne arbeiten, bei dem sie gehört werden und der sich für sie einsetzt. Andererseits geht es natürlich auch darum, dass wir in der externen Wahrnehmung für potenzielle Bewerbende und Suchende als der Arbeitgeber der Wahl gelten. Employer Branding umfasst also die gesamte Employee Experience von der passiven Suche nach einem Arbeitgeber, über den Bewerbungsprozess und das aktive Recruiting, über das Onboarding, die Entwicklungen und Perspektiven der Kolleg:innen bis zum Offboarding.
Wie bist du dazu gekommen, im Bereich Employer Branding zu arbeiten? Gab es einen besonderen Auslöser oder eine Leidenschaft für dieses Thema?
Ich habe im Master Human Resource Management studiert und genau wie in vielen Unternehmen, ist auch dort immer wieder erwähnt worden, dass Employer Branding zukünftig der Schlüssel zum Erfolg ist. Diese Herausforderung hat mich gepackt und ich hatte großes Glück, dass ich schon während meines Studiums einen tollen Praxispartner gefunden habe, bei dem ich unglaublich viel lernen konnte. Mich begeistert es einfach, dass ich ein aktiver Teil des Kollegiums bin und wir gemeinsam eine von Menschen geprägte Marke entwickeln. Es geht hier nicht um einzelne Produkte, sondern um echte Menschen und echte Geschichten aus dem Unternehmen. Das ist einfach etwas ganz Besonderes, das mich jeden Tag wieder begeistert.
Was bedeutet Employer Branding für die Nordwest Mediengruppe? Welche Ziele verfolgt ihr in diesem Bereich?
Das Employer Branding ist unsere Strategie, wie wir uns am Arbeitsmarkt positionieren, damit wir unsere Zielgruppe, also sowohl unsere Kolleg:innen, als auch Jobsuchende, Fachkräfte und potenzielle Mitarbeitende optimal erreichen. Besonders wichtig ist es dabei authentisch zu sein, denn die Zielsetzung ist ein optimales Matching zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitenden zu erreichen. Für mich bedeutet es dementsprechend, dass wir ein authentisches Bild kommunizieren, unsere Kolleg:innen in den Prozess involvieren, Haltung zeigen und auf diese Weise Sichtbarkeit schaffen, die genau die Menschen für uns begeistert, die optimal zu uns passen.
Welche Maßnahmen setzt ihr konkret um, um die Arbeitgebermarke zu stärken? Gibt es besondere Initiativen oder Projekte, auf die du stolz bist?
Intern arbeite ich nach dem Motto: Lerne deine Kolleg:innen kennen. Ich bin davon überzeugt, dass man seine Kolleg:innen kennenlernen muss und wissen muss, was sie beschäftigt, um sie bestmöglich zu unterstützen, aber auch um ihre Geschichten authentisch kommunizieren zu können. Dabei kann es schon um Kleinigkeiten gehen, die wir umgesetzt haben, wie beispielsweise die kostenfreien Menstruationsprodukte. Besonders wichtig ist es mir aber auch, dass ich die Kolleg:innen im gesamten Verbreitungsgebiet involviere. So haben wir letztes Jahr die Videoreihe „Kopf in der Zukunft – Füße im Nordwesten“ gedreht und die Standorte und die Kolleg:innen besucht, um einen ehrlichen Einblick zu bekommen, wie sich die Arbeit gestaltet, wenn man nicht in unserem modernen Medienhaus in Oldenburg arbeitet.
Wie geht ihr dabei vor, die Unternehmenskultur und Werte nach außen zu transportieren? Welche Kanäle sind dabei besonders wichtig?
Wir setzen in der externen Kommunikation unserer Arbeitgebermarke besonders auf das Netzwerk LinkedIn und legen besonderen Wert darauf die Mitarbeitenden selbst zu wort kommen zu lassen. Wir setzen also ganz gezielt auf Employee generated Content und unterstützen dabei, an allen Schnittstellen. Außerdem haben wir eine starke Präsenz bei Events, das größte und bekannteste Beispiel dafür ist sicherlich das Growmorrow-Festival. Seit April 2025 haben wir außerdem einen Instagram Account für die Nordwest Mediengruppe, bei dem wir einen authentischen Einblick hinter die Kulissen geben. Besonders schön ist bei diesen Kommunikationswegen die hohe Interaktionsmöglichkeit mit unserer Zielgruppe.
Was sind aktuell die größten Herausforderungen im Employer Branding, mit denen du dich auseinandersetzt?
Der Spagat zwischen strategischer Klarheit und der Schnelllebigkeit der Kanäle – und dabei trotzdem immer nah an den Menschen zu bleiben. Wir verfolgen mehrere Zielsetzungen gleichzeitig, die unterschiedlich auf den verschiedensten Kanälen kommuniziert werden. Dabei muss alles immer zu unseren Kommunikationsgrundsätzen passen.
Gibt es bestimmte Trends im Employer Branding, die du für besonders spannend hältst? Inwiefern passen diese Trends zur Nordwest Mediengruppe?
Im Employer Branding finden zum einen die Trends der Branche statt, wie beispielsweise die KI-Nutzung, die vieles erleichtern kann, aber zum anderen immer im Rahmen der Authentizität geprüft werden muss. Viele Unternehmen setzen aktuell auf Employee-Generated Content. Nach diesem Prinzip arbeiten wir schon seit zwei Jahren und haben sehr gute Erfahrungen damit gesammelt. Mich reizt im Moment das Thema „Corporate Influencer“ und bin gespannt auf die weiteren Entwicklungen.
Wie geht ihr mit dem Feedback der Mitarbeitenden und potenziellen Bewerber um? Fließen deren Rückmeldungen aktiv in die Weiterentwicklung eurer Employer Branding-Maßnahmen ein?
Aktives Zuhören ist Teil unserer Strategie. Rückmeldungen fließen direkt in unsere Maßnahmen ein – ob beim Onboarding oder bei der Content-Planung. Beispielsweise haben wir im Rahmen unserer Young Talents Arbeit festgestellt, dass viele Bewerbende sich wünschen würden, auf Instagram Einblicke hinter die Kulissen zu bekommen. Daraus ist unser neuer Kanal entstanden. Aber auch intern laden wir die Kolleg:innen regelmäßig ein, um Impulse zu verschiedensten Themen zu erlangen. Nicht zu Unterschätzen ist aber immer die Qualität des Feedbacks bei einem formlosen Kaffee im Büro.
Wo siehst du die Nordwest Mediengruppe im Bereich Employer Branding in fünf Jahren? Gibt es langfristige Visionen oder Ziele?
Natürlich habe ich eine optimale Antwort auf die Frage:
„Als starke, sichtbare Arbeitgebermarke im Nordwesten – mit einem klaren Profil, einer lebendigen Kultur und einer echten Community rund um unsere Teams, sodass wir der regionale Arbeitgeber der Wahl sind.“
Dennoch ist sowohl unsere Branche als auch das Employer Branding ein enorm schnelllebiger Prozess, sodass ich mich freue und mit viel Neugier auf die nächsten fünf Jahre schaue, wie sich der gesamte Bereich entwickelt.
Das Interview führte Andreas Unterberg
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