Conversationshaus Norderney

Kurhaus, Kulturort, Denkmal

Wenn du am Kurplatz auf Norderney stehst, kommst du am Conversationshaus kaum vorbei: Das denkmalgeschützte Gebäude liegt im Stadtzentrum der ostfriesischen Insel und dient als Kurhaus – mit Touristinformation und als Ort für Veranstaltungen.

jumping-arrow-white (1)
gezeitenwechsel-conversationshaus-norderney

Lage am Kurplatz: So findest du es

Das Kurhaus/Conversationshaus steht am südlichen Rand des trapezförmigen Kurplatzes. Zusammen mit dem ebenfalls denkmalgeschützten Schwimmbadgebäude und dem Basargebäude bildet es ein L-förmiges Ensemble; im Basargebäude sitzt seit 2006 das Rathaus der Stadt Norderney. Östlich grenzt eine langgestreckte, bewaldete Parkanlage mit Rosengarten an. Die Adresse: Am Kurplatz 1.

Architektur auf einen Blick

Das Conversationshaus ist ein massiver, breit gelagerter Putzbau (teils mit Putzquaderung) mit Walmdächern und Dachreiter. Markant ist die offene Vorhalle mit Rundbogenarkaden – diese Form zum Kurplatz hin entstand 1837. Die Fassade arbeitet mit Rundbogenfenstern; die gleichmäßige Fensterteilung wird von leicht vorspringenden Risaliten mit Dreiecksgiebeln unterbrochen.

Die wichtigsten Details als Listical

  • Neubau/Prägung der heutigen Form: um 1850, als Konversationshaus für Badegäste (unter Beibehaltung von Kubatur und Proportionen eines hölzernen Vorgängerbaus um 1800)

  • Neun Rundbogenarkaden an der Vorderseite, getragen von kannelierten dorischen Säulen

  • Dachreiter betont die Mittelachse; die Gebäudebreite liegt bei über 90 Metern

Geschichte: Vom hölzernen Kurhaus zum Conversationshaus

Mit der offiziellen Eröffnung der „Seebadeanstalt Norderney“ im Jahr 1800 wurde auf Empfehlung von Friedrich Wilhelm von Halem zunächst ein hölzernes Kurhaus für die ersten Kurgäste errichtet. Es war – neben der Kirche – eines der ersten großen Gebäude der Insel und bot Räume für Kuranwendungen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es dort unter anderem zwei Wannen, die mit Meerwasser gefüllt und mit Torf beheizt werden konnten, außerdem Billard- und Spielzimmer; 1804 kam ein Anbau für weitere Spielzimmer hinzu. 1822 entstand ein erstes massives Conversationshaus, das vor 1850 erweitert wurde. 1856 folgten der östliche Anbau und die Installation des Turms auf dem Dachreiter.

Ein besonderer historischer Verweis steckt im Inneren: Im „Weißen Saal“ hängt ein Bild von König Georg V., der Norderney zwischen 1836 und 1865 zu seiner Sommerresidenz machte. Und: 1841 diente der Turm des Conversationshauses (neben der Schwarzen Düne am Alten Postweg) als Messpunkt der Gaußschen Landesaufnahme.rplatz 1.

Heutige Nutzung: Was du im Conversationshaus erledigen kannst

Seit 2005 trägt das Gebäude auf der Kurplatz-Seite wieder den Namen Conversationshaus. Nach einem weitreichenden Umbau 2007/08 wurde es als Begegnungsstätte konzipiert: Kleine Räume wurden zugunsten eines großen zentralen Raums mit durchgehendem Glasdach zurückgebaut; als Bodenbeläge kamen Parkett und Naturstein zum Einsatz.

Dein Spickzettel für vor Ort (Listical)

  • Touristeninformation plus Zimmervermittlung, Veranstaltungsvorverkauf und NorderneyCard-Service-Point in der großen Halle

  • Lesen & Ruhe: Bibliothek und ein Leseraum im sogenannten Kaminzimmer

  • Veranstaltungen & Tagungen: „Großer Saal“ und „Weißer Saal“

  • Weitere Angebote: Café, Souvenirgeschäft, Sanitäranlagen

  • Spielbank: seit 12. Mai 1978 im Eckpavillon des Kurhauses

Von Andreas Unterberg